Dienstag, 28. August 2012

One moment. One moment can change everything.


Ich denke, jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient. Wenn er dir wirklich viel bedeutet, vielleicht auch eine dritte. Oder eine vierte. Aber wenn du selbst merkst, dass es nichts mehr bringt.. Beende es. Das spart Kraft und Schmerzen. Und vorallem viele Tränen. Sinnlose Tränen.


Kennst du das, wenn du abends in deinem Bett liegst und über alles nachdenkst? Die Augen schließt und alles noch einmal wie in Zeitlupe vor dir siehst, das dich bewegt und / oder mitnimmt? Dann fühlst du meist noch viel intensiver als in dem Moment, in dem es passiert ist. Du fühlst die unterschiedlichsten Dinge. Freude. Glück. Aber auch Trauer. 
Dazu hab ich eine kleine Geschichte geschrieben. 


'Auf dem dunklen Dachboden des alten Backsteinhauses war es so schön. So schön ruhig. Immer wenn Cila Probleme hatte oder einfach nur allein sein wollte, stieg sie die Treppenstufen dorthin leise hinauf und legte sich auf das alte Bett, das mitten im Raum stand. Die Tapete war schon längst nicht mehr an der Wand und der Putz bröckelte an eingen Stellen hinab. Als Cila zum ersten Mal hier hoch gekommen war, hatte sie sich ängstlich in die hinterste Ecke des Zimmers gesetzt und die Stille vor Angst nicht genossen. Von Mal zu Mal hatte sie weniger Angst gehabt und mittlerweile war sie am Liebsten hier oben. Hier war sie allein. Nur sie und ihre Gedanken, sonst nichts. 
Sie kauerte sich auf dem Bett zusammen und schloss die Augen. Wie oft war sie nun schon hier oben gewesen? Sie wusste es nicht. Bevor sie das erste Mal hier oben war, hatte sie sich vorgenommen, für jeden 'Besuch' einen Strich an die Wand zu malen. Aber das hatte sie nie durchgezogen. Ungewissheit. Das spielte in ihrem Leben seit fast einem Jahr eine große Rolle. Sie wusste nie, woran sie war. Dieser eine Junge hatte ihr den Kopf verdreht, das war alles, was sie wusste. 
Cila nahm den schwarzen Stift aus ihrer Hosentasche und stand auf. Langsam ging sie hinüber zur Wand. '18.08.2011' schrieb sie, während sie daran dachte, wie schön es war, wenn er sie küsste. Vollkommen in Gedanken versunken malte sie ein Herz um das Datum. Dann steckte sie die Kappe wieder auf den Stift, drehte langsam ihren Rücken zur Wand und lehnte sich an. Sie ließ sich auf den Boden sinken und stützte den Kopf in die Hände.
War es das, was sie gewollt hatte, als sie sich nach Liebe gesehnt hatte? Nein. Das hier war ein Albtraum, aus dem sie einfach nicht aufwachen konnte. Aus dem sie aber gleichzeitig auch nicht aufwachen wollte. Er war so schön, aber tat ihr nicht gut.
Sie war seit dem ersten Tag in ihn verliebt gewesen. Seine Gefühle hatten sich erst später entwickelt. Trotzdem lief schon seit einem halben Jahr heimlich etwas bei Cila und Marc. NIemand wusste davon, Cila hatte es nicht einmal ihrer besten Freundin erzählt. Marc hatte darauf bestanden, dass alles, was geschah, in seinen 4 Wänden blieb. Das hatte Cila nie richtig verstanden, aber sie hatte es sowieso niemandem erzählen wollen. Insgeheim hatte sie Angst, das schöne Gefühl würde weniger werden, wenn sie es teilte.
Sie erhob sich langsam und schritt wieder hinüber zum Bett. Wieder schloss sie die Augen und dachte an ihren ersten Kuss. Wie Marc sie an der Hüfte zu sich rangezogen hatte und ihr die Hand auf die Wange gelegt hatte, um sie anschließend zu küssen. Cila merkte, wie ihr Tränen über die Wangen kullerten. Doch sie wischte sie nicht weg. Noch nie hatte sie sich für ihre Gefühle geschämt. Noch nie in ihrem Leben.
Fast ein halbes Jahr hatte er ihr, wenn sie ihn gefragt hatte, wie es weiterging, die selbe Antwort gegeben. 'Gib mir noch Zeit. Ich kann das nicht so schnell.' Immer wieder aufs Neue war Cila schrecklich verletzt gewesen. Und doch hatten sie sich immer wieder geküsst. Jedes Mal wenn sie sich getroffen hatten, war es so schön gewesen.. 
Bis Cila nicht mehr so leben konnte. Sie hatte sich von ihm ferngehalten. Nach einigen Wochen hatte sie herausgefunden, dass er sie nie geliebt hatte. Das er ein anderes Mädchen geliebt hatte und Cila die ganze Zeit über nur benutzt hatte. So verletzt hatte Cila sich auf den Dachboden verkrochen und war 3 Tage nur Nachts, wenn ihre Eltern schliefen, zum Essen heruntergekommen. 3 Tage lang hatte sie geweint und sich schrecklich gefühlt.
Und nun, wo sie hier lag und über alles nachdachte, merkte sie, dass sie ihm dankbar war. Dankbar für all die Erfahrungen. Für all die 'Liebe', die sie zu spüren geglaubt hatte. Für einfach alles. Dafür, dass er ihr das Gefühl gegeben hatte, geliebt zu werden. Zumindest für eine Weile.'

Ich hoffe, es hat euch ein wenig gefallen. 

xoxo


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